März 19, 2018

Stahltechnik: Breites Anwendungsspektrum mit dem Druckstrahlverfahren

Der Einsatz moderner Strahltechnik ist bei Reinigung und Oberflächenbearbeitung von Werkstücken üblich und gar nicht mehr wegzudenken. Auf den ersten Blick scheint sie Sache klar: Partikel treten aus einer Düse aus und werden auf das zu bearbeitende Werkstück mit entsprechender Geschwindigkeit geschleudert. Wir von WIWOX bieten unseren Kunden zwei verschiedene Strahlverfahren an: das Druckstrahlverfahren und das Injektorstrahlverfahren. In diesem Beitrag möchten wir uns ganz dem starken Druckstrahlverfahren widmen.

Warum es ein starkes Verfahren ist? Das Strahlmedium (metallisch, mineralisch oder organisch) tritt mit einer Geschwindigkeit von maximal 250 Metern pro Sekunde aus der Düse. Das entspricht der Reisegeschwindigkeit eines Ferienfliegers. Es ist aber kein Widerspruch, dass dieses Verfahren gleichzeitig sehr sanft sensible Bauteilen reinigt. Gleich drei verschiedene Stellschrauben werden miteinander in das richtige Verhältnis gebracht und ermöglichen so die große Bandbreite von vorsichtig bis extrem kraftvoll: Die Höhe des Drucks sowie die Menge und die Art des Strahlmediums.

Schauen wir uns zunächst eine WIWOX Druckstrahlanlage im Detail an. Das Strahlmittel wird in einem Strahlkessel gesammelt und mittels eines Fußpedals unter Druck gesetzt. Gleichzeitig wird Druckluft unterhalb des Kessels geleitet und über ein Mischrohr mit dem Strahlmittel zusammengebracht. An diesem Punkt können wir ein sehr genaues und reproduzierbares Strahlmittel-Luftgemisch einstellen. Zur Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit wird das Gemisch auf einen 8 mm Querschnitt reduziert und beispielsweise bei unserer Höchstgeschwindigkeit mit 4 Bar Druck auf 250 msec (900 km/h!) beschleunigt. Das ist überaus kraftvoll.

Starke Abrasion ist gut – aber nicht immer. Bauteile aus einer leichteren Legierung verlangen nach einer sensiblen Methodik. Bei gleicher Strahlmitteldichte, aber einem deutlich geringeren Druck von bis zu unter 1 Bar ergibt sich eine hervorragende Strahlleistung. Der hohe Strahlmittelanteil beim Austritt aus der Düse versieht sicher und vorhersehbar seinen Dienst, schont aber zugleich das Material.

Eine hohe Auswahl an Strahlmittelsorten von weich bis hart, rund oder kantig, groß und klein steht für das Druckstrahlverfahren zur Verfügung – das ist nach der Druckeinstellung und Strahlmittelmenge die dritte Stellschraube. Diese drei ins richtige Verhältnis zueinander gesetzt ermöglicht dem Anwender eine hohe Flexibilität im Umgang mit der Anlage für ein stets perfektes Strahlergebnis.